Erkundungen
im europäischen
Haus
2003 - 2004

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Kommentare zu den Ergebnissen des Europakonvents

Anna Lührmann
Mitglied des Europaauschusses
des Deutschen Bundestages
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Der Europakonvent junger Bürgerinnen und Bürger hat einmal mehr gezeigt: Europa begeistert – und das besonders junge Leute. Ich war begeistert von dem Elan und dem großen Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Denn wir brauchen genau solche Foren und Möglichkeiten, sich über Europa zu verständigen. Dies gilt besonders für den Austausch von jungen Menschen aus den verschiedenen Ländern Europas. Denn die Diskussion über die Zukunft der Europäischen Union ist gleichzeitig die Diskussion über unsere Zukunft und unsere Vorstellung über eine Welt, in der wir leben möchten.

Das Projekt der Europäischen Einigung ist zwar inzwischen mehr als fünfzig Jahre alt, doch es steckt noch immer in den Kinderschuhen! Es gibt eine Menge zu tun auf dem Weg in die erweiterte und trotzdem vertiefte Europäische Union. Doch über den geeigneten Weg und eine Vorstellung von gemeinsamen Zielen muss man sich immer wieder neu auseinandersetzen. Wege und Ziele verändern sich, durch politische Ent-wicklungen, durch gesellschaftlichen Wandel. So haben auch die Generationen unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche. Wenn man sich die Visionen junger Menschen, zu denen auch ich mich zählen kann, betrachtet, sind diese oftmals weit wagemutiger als die der meisten Politiker.

Das konnte ich auch auf dem Europakonvent wieder erleben. Dessen Ergebnisse sind ein Bündel von Forderungen zur weiteren Integration Europas. Ob es um die Forderung nach einer "wahrhaften" gemein-same Außen- und Sicherheitspolitik geht, inklusive Mehrheitsentscheidungen, oder um eine Unionsbürger-schaft, die alte nationalstaatliche Zuordnungen überwindet: wir Jüngeren wollen ein Europa ohne Grenzen, eine EU, die gemeinsam handelt.

Europa ist für junge Menschen keine abstrakte Vision, sondern Bestandteil unseres Lebens. Wir sehen in Europa und seiner Einigung neue Chancen. Auch ganz konkret individuelle Chancen durch ein erweitertes Angebot in Bildung und Ausbildung. Viele von uns haben diese Erfahrung des Lebens und Lernens in einem anderen europäischen Land bereits machen dürfen. Den meisten ist Europa durch Reisen vertrauter geworden. Die kulturellen Eigenheiten und Besonder-heiten anderer Länder sind für uns eine Bereicherung, die wir nicht missen möchten. Europa ist Normalität. Diese Erfahrungen, diese Selbstverständlichkeit schlägt sich auch in den Visionen nieder, die junge Menschen für Europa entwickeln. Wir wollen diese "Normalität" in praktische Politik umsetzen.

Wir vergessen nicht, dass Europa und die EU noch weit von dem entfernt sind, was wir uns wünschen. Wir übersehen nicht, dass heute längst nicht alle, und auch nicht alle jungen Menschen, von den Chancen der EU profitieren. Aber für die Idee eines geeinten, sozialen und ökologischen Europas wollen wir eintreten. Der Dialog über die Grenzen hinweg ist dabei Anfang und Motor für die Gestltung Europas im 21. Jahrhundert. Junge Leute müssen sich aktiv einmischen und ihrer Stimme Gehör verschaffen, damit Europa das wird, was wir uns vorstellen!

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Letzte Aktualisierung: 24.05.2005
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