Erkundungen
im europäischen
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2003 - 2004

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Abschlussbericht:

Arbeitsgruppe "Fundamente: Basis europäischer Visionen"


"Und wer bist du?" - Die Teilnehmer stellen sich vor

Schwierig, schwierig, diese Kennenlernrunden. Was ist das wohl für ein Typ? Lässt die Kleidung auf den Charakter schließen? Sind die Berliner alle gleich? Und vor allem: Wer bin ich? Vor diese Fragen gestellt, tasteten sich die Teilnehmer (natürlich nur bildlich gesprochen!) vorsichtig aneinander heran. So lief die Vorstellungsrunde doch recht langsam an und es war zu diesem Zeitpunkt schwer vorstellbar, dass es einst lebhafte Diskussionen in der Gruppe geben würde. Spannung und Vielfalt versprach zumindest die Zusammensetzung der Gruppe, von Dagmar aus Slowenien bis Xose aus Spanien, von Jens aus Göttingen bis Michaele aus Brandenburg.

"I have a dream" - Visionen für Europa

Hatten sich die Teilnehmer bisher noch zurückgehalten, mussten sie sich nun zwangsläufig näher kommen. Zunächst wurden Karten von Europa gezeichnet - und zwar in Vierer-Gruppen. Jeder bekam ein Blatt, anschließend wurden die vier Blätter zu einem Europa-Bild zusammengesetzt. So entstanden fünf zum Teil doch recht abenteuerliche Gebilde. Trotzdem: mit Amerika oder Australien konnten die Ergebnisse denn doch nicht verwechselt werden. Wir alle gemeinsam sind Europa - so die Quintessenz. Am gemeinsamen Haus Europa wurde dann auch im wörtlichen Sinne gebaut. Es ging um die grundlegenden Werte, Gemeinsamkeiten und Grundrechte, auf die sich das Haus stützen sollte. In einer Art Brainstorming überlegte sich jeder einen derartigen Baustein, der als Grundstein für das Haus Europa dienen könne. Demokratie, Kultur, Identität, Religion ... das Haus Europa wurde auf ein breites Fundament gestellt.

"Wer macht was und wieso?" - Themenfindung und Kleingruppen

Dann ging's ans Eingemachte. Schnell wurde klar, wer die nächsten zwei Tage viel reden würde und wer nicht. Fünf Leute waren es zumindest, die sich ständig gegenseitig den Ball zuwarfen. Was folgte war ein zähes Ringen um die Themenfindung. Was ist Europa? Als abstrakt und langwierig empfanden die meisten die Diskussion um die Themen. Und das war sie auch. Aber ebenso wichtig. Schließlich sollte in dieser Phase die Struktur des zukünftigen Papers vorweggenommen werden. Es kam nie wirklich zum Konsens - die Zeit drängte, weshalb man sich später im Schnellschussverfahren auf vier Themen einigte: "Werte", "Warum Europa?", "Größe", "Demokratie".
Auch die Kleingruppenarbeit begann zäh. Im Unterschied zur großen Gruppe kamen hier jedoch alle zu Wort. So wurde die Diskussion sehr interessant, jeder Teilnehmer konnte sein Vorwissen und seine eigene Perspektive einbringen. Wer aus Tschechien kam, argumentierte aus Beitrittskandidaten-Perspektive, wer Jurist war, formulierte hieb- und stichfeste Grundrechtsartikel.

"Nur keine Hemmungen, fragen sie nur!" - Expertengespräche


Sylvia-Yvonne Kaufmann, Mitglied des Europäischen Konvents, im Gespräch mit Teilnehmern.

Als Auflockerung und Hilfe empfanden die meisten Teilnehmer die Gespräche mit den beiden Experten Sylvia-Yvonne Kaufmann (PDS, Mitglied des Europaparlaments) und Sascha Meinert (CAP) am Montagabend.Kaufmann beeindruckte mit ihrem Insider-Wissen aus dem Konvent. Sascha MeinertMeinert ging auf die bohrenden Fragen der Teilnehmer zur zukünftigen Gestalt Europas ein. Wie noch öfter in der Gruppe, wurde die Türkei-Frage wiederholt besprochen. Darf die Türkei Mitglied werden? Was ist mit Russland? Und die Ukraine? Kasachstan? Wieso nicht gleich auch Kanada? Die mangelnde Präsenz der EU in der deutschen Öffentlichkeit wurde angesprochen, Lösungsansätze diskutiert. Nach Aussage Meinerts werde Europa in Zukunft "irgendwas sein, was anders ist". Kaufmann malte gar ihre Vorstellung eines zukünftigen Europas auf ein Blatt Papier. Ein Bundesstaat? Nein, das hielten die beiden denn doch für unwahrscheinlich. Den europäischen Geist bekamen die Teilnehmer in diesen Stunden richtig zu fassen.

"Das war's Leute, wir haben's geschafft" - Die Zielgerade

Mit neuem Elan wurde in den Dienstag gestartet. Als hätten die Expertengespräche die "Fundamentalisten" neu inspiriert, kamen sie sehr schnell zu brauchbaren Ergebnissen, die in verschiedenen Phasen zu Papier gebracht wurden. Ab 10:25 Uhr wurde präsentiert und diskutiert. Dabei ging es vor allem um die Reihenfolge, um inhaltliche Doppelungen und Querbezüge. Und darum, ob die Champions League nun die europäische Fußballliga ist oder nicht. Die Bewahrung der Umwelt eine Pflicht der EU? Die meisten meinten ja. So hangelte man sich von Punkt zu Punkt. Im Großen und Ganzen bestand doch weitgehende Einigkeit.

Zwischendurch fanden Sprecherwahlen statt. Eine Frauenquote traf auf Ablehnung, trotzdem wurde Sofie als einzige weibliche Kandidatin gewählt. Auch Henrik, der bis dahin Vorsitzender war, wählte man mit klarer Mehrheit zum Gruppensprecher.

Zuletzt ging es nur noch um kleinere Details. Um 14:53 war es dann vollbracht. Das Paper abgespeichert, ausgedruckt und unter tosendem Applaus der Gruppe gezeigt.

Dennis Reineck

Portaits einiger Teilnehmer der Gruppe

Letzte Aktualisierung: 24.05.2005
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