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Die Wertegemeinschaft und der Blumentopf

Übermüdet aber glücklich brachten Präsidium, Teilnehmer und Organisatoren den Europakonvent junger Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag zum Abschluss. Ein allgemein positives Fazit und viel Zustimmung zweier Experten des Konvents tat den Jungparlamentariern spürbar gut. Jürgen Meyer, Vertreter des Bundestages im Europäischen Konvent, war von dem Abschlusspapier sogar "sehr beeindruckt" und ermunterte zu weiterem Engagement, denn "Europa wird weniger für die Alten als vielmehr für Sie hier gebaut." Darüber hinaus forderte Meyer ein "mutigeres Herangehen" an die Visionen Europas.

Erstaunlich gerade so etwas von offizieller Seite zu hören. Oftmals gelten solche Foren, zumal für Jugendliche und Schüler, als zu idealistisch. Beim Europakonvent junger Bürgerinnen und Bürger setzten sich in vielen Arbeitsgruppen jedoch oft die Pragmatiker, die "Realos" durch. Über die Gründe hierfür kann sicher spekuliert werden, die aufgetretenen Probleme der Europäer bei der Bildung einheitlicher Positionen, beispielsweise in der Irakfrage, waren mit Sicherheit einer der ausschlaggebenden Punkte.

Trotzdem wurde die gesamte Diskussion vielfach auch mit einem "gewissen jugendlichen Charme" geführt, wie es der stellvertretende Präsident Kaspar Henrik Möller formulierte. Oft forderte das Plenum, dass weitere Politikfelder von Brüssel übernommen werden sollten.

Einig waren sich fast alle, dem Haus Europa eine gemeinsame Werteordnung zugrunde zu legen. Ohne die Vision gemeinsamer Werte, sei "bei uns Jugendlichen kein Blumentopf zu gewinnen", so Möller. Der Experte Meyer stimmte zu: ohne gemeinsame Werte verkomme die EU zu einer "öden, technokratischen Veranstaltung".

Die Teilnehmer des Jugendkonvents in Berlin zeigten, dass es bei der Europäischen Union um viel mehr geht und gehen soll, als nur Profit und Absatzmärkte. "Warum denken eigentlich nicht alle so?", fragte Claus-Peter Clostermeyer von der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin, nachdem er die Ergebnisse gesehen hatte.

Trotz vieler verschiedener Auffassungen, den erwähnten pragmatischen Diskussionen und einer neunstündigen, nervenaufreibenden Plenardebatte ließ die grundsätzliche Begeisterung für ein vereinigtes Europa bei den Teilnehmern nie nach. Vermutlich weil allen klar ist: Der Bau des "Hauses Europa" ist für alle Menschen auf diesem Kontinent eine historische Chance.

Marc Heydenreich

Letzte Aktualisierung: 24.05.2005
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