Erkundungen
im europäischen
Haus
2003 - 2004

 

  Sam Schatteman   Renate Schmidt  
  Herbert Mandelartz   Stefan Rappenglück  

 

"Wir haben viel bewegt, nämlich uns!"

Sam Schatteman
Präsident des
"Europakonvent junger Bürgerinnen und Bürger"

   

Europa bereitet sich mit großer Geschwindigkeit auf die Erweiterung vor. Erst seit kurzem bezahlen viele Bewohner des europäischen Hauses mit dem Euro, da steht schon der Anbau von 10 neuen Zimmern sehr unterschiedlicher Größe an. Alle hoffen, dass sich die Fundamente des Gebäudes als stark genug erweisen, dies zu bewältigen. Vor allem soll die gemeinsame Wohnung für möglichst viele lebenswert und gerne auch gemütlich werden. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiteten im Verlauf der letzten beiden Jahre Engagierte aus allen Teilen Europas an einer Verfassung für den sich vereinigenden Kontinent. Es erweist sich als schwierig, all die zahlreichen politischen, sozialen, kulturellen und historischen Vorstellungen in Einklang zu bringen.

Motiviert von der Aufgabe, etwas zur Diskussion um die neue europäische Verfassung beizutragen, versammelten sich im April 2003 gut einhundert Jugendliche in Berlin zum Europakonvent jünger Bürgerinnen und Bürger. Absicht war weder eine simulatives "Nachspielen" des Europäischen Konvents in Brüssel, noch eine für einen bestimmten Bevölkerungsteil endgültig sprechende Verdiktmaschine.

Unser Europakonvent war eine bewusst bunte und nicht forciert repräsentative Versammlung junger Europäer. Als Lingua Franca bedienten wir uns der deutschen Sprache und nicht wie bei derartigen Veranstaltungen meist üblich der englischen. So war es den deutschen Muttersprachlern möglich, ohne sprachliche Hürden ihre Meinung zu formulieren. Die übrigen standen vor der Herausforderung, sich in einer alternativen Weise mit europäischen Realitäten und Perspektiven auseinanderzusetzen.

Von unserem Europakonvent nahmen alle Teilnehmenden wichtige Erfahrungen mit nach Hause. Als europäische Bürger haben wir gelernt, dass es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Diskussionen in den Arbeitsgruppen und erst recht im Plenum machten überdeutlich, dass das Finden und Erarbeiten einer gemeinsamen Basis für unser Zusammenleben keine Aufgabe für wenige Helden ist, sondern schrittweise und geduldige Arbeit von vielen erfordert.

Das Gefühl, an dieser Arbeit mitgewirkt und in einer großen Gruppe aus völlig verschiedenen Vorstellungen ein gemeinsames Ergebnis entwickelt zu haben, war trotz aller zwischenzeitlichen Seufzer am Ende doch etwas ganz besonderes. Klar wurde dabei auch, dass vermeintliche Trennlinien, wie diejenige zwischen dem "alten" versus dem "neuen" Europa, keine Rolle spielten. Bei unserem Europakonvent zählte nur das junge Europa, dessen hier mehr oder weniger zufällig versammelte Vertreter sich trotz großer Unterschiede rasch voneinander begeistern konnten.

Und auch wenn unsere Arbeit vielleicht in der realpolitischen Arena eher oberflächlig wahrgenommen werden dürfte, so hat Sie doch viel bewegt, nämlich uns.

 

 

Letzte Aktualisierung: 24.05.2005
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